Bild: Kristian Reuter / Nuclear Blast

Talviyö

Sonata Arctica

​​Kein Konzeptalbum im eigentlichen Sinne, thematisch trotzdem wieder stark zusammenhängend - so viel stellen die Mannen um Tony Kakko vorab sicher. Der legendäre Texter und Frontmann von Sonata Arctica scheint sich für Album Nummer 10 zur Abwechslung aber auch mal etwas stärker anderweitig umgehört und sich von musikalischem Input fern des typischen Power Metal inspirieren lassen. So und exakt nur so lässt sich die noch immer recht ungewohnte Stoßrichtung erklären, mit der auch „Talviyö" vorangeht: gezügelte Geschwindigkeit statt Speed-Shredding, 80er Rock-Atmo statt Epik-Symphonie.

Grob lässt sich unsere Karriere in drei Zeitalter unterteilen - und dieses Album ist jetzt das dritte Werk des dritten Zeitalters.

Tony Kakko via Nuclear Blast

Die Fans sind jedenfalls vorsichtig, nahmen die erste und bislang einzige Single der Scheibe eher mit gemischten Gefühlen auf und sind insgesamt eher unzufrieden mit der neuen, alten Stilrichtung („Cold", siehe Stream). Veränderungen können eben immer ein Knackpunkt sein, an dem sich die fangewordene Spreu vom meckernden Weizen trennt. Fakt ist nämlich, dass Sonata Arctica auch auf ihrem nunmehr zehnten Studioalbum wieder ganz ohne Zweifel abliefern. Sicher, die Band hat sich stilistisch gehörig verändert, sich weiterentwickelt und vom ursprünglichen Stil verabschiedet. Doch ist man mal ehrlich, so gab es im Haus Sonata Arctica in all den Jahren nur ganz selten Stillstand.

Drei Jahre lang haben Tony (auch Keyboard), Elias Viljanen (Gitarre), Pasi Kauppinen (Bass), Henrik Klingenberg (Keyboard) und Tommy Portimo (Drums) am neuen Machwerk gearbeitet - doch schon der Vorgänger The Ninth Hour" zeigte offensichtliche Tendenzen hin zu einem Sound, der sich weiter vom typischen Sonata Arctica-Epos wegbewegen würde. Man habe sich für „Talviyö" alle Freiheiten nehmen wollen, sich zu entfalten und über diverse Tellerränder zu schauen, um einen Zehntling zu kreieren, der in die Geschichte eingeht. Das zeichnet sich dann neben der Musikalität vor allem textlich ab: Zwar sind auch hier und da noch alte Mythen und nordische Sagen ein Thema (Message From The Sun"), insgesamt überwiegen aber doch Motive wie Politkritik („Storm The Armada") oder das Leben als solches (A Little Less Understanding"). Abwechslungsreich, musikalisch voll auf der Höhe und im Kern doch wieder typisch Sonata Arctica!

​Im Wandel der Zeit: Mit ihrem zehnten Studioalbum betreten Sonata Arctica musikalisch neue, alte Pfade und lassen den Power Metal früherer Tage endgültig zurück.

TRACKLIST

  1. Message From The Sun
  2. Whirlwind
  3. Cold
  4. Storm The Armada
  5. The Last Of The Lambs
  6. Who Failed The Most
  7. Ismo's Got Good Reactors
  8. Demon's Cage
  9. A Little Less Understanding
  10. The Raven Still Flies
  11. The Garden